Warum sich die Mühe lohnt

Ein Herbststurm kann Solarmodule in gefährliche Geschosse verwandeln. Viele Balkonkraftwerk‑Sets sind nur bis 15 m/s geprüft, Böen in Deutschland erreichen jedoch oft weit mehr. Die Verantwortung für eine sichere Montage liegt beim Betreiber.


Die Norm in drei Stichpunkten

  1. DIN EN 1991‑1‑4 + Nationaler Anhang – regelt Windlast.
  2. Parameter: WindzoneGeländekategorieMontagehöhe.
  3. Normbasierte Online‑Rechner (z. B. unser Tool unter balkon-pv-rechner.de/215-2) liefern qₚ(z) (Druck) und Fₘₐₓ (Kraft).

So nutzen Sie den Windlastrechner

EingabeWas ermittelt wirdBeispiel
Windzone (selbst recherchieren, z. B. DWD-Karte oder Bauamt)BasiswindgeschwindigkeitZone 2
Montagehöhe (m)Böengeschwindigkeit12 m
GeländekategorieRauheit des UmfeldsIII (Vorstadt)

Ergebnis verstehen

  • qₚ(z) – Böendruck in Pa (N/m²)
  • Fₘₐₓ – maximale Kraft auf das Modul (10 N ≈ 1 kg)

Umsetzung in der Praxis

  • Flachdach/Garten: Ballast ≥ Fₘₐₓ × 1,5. Eine 25‑kg‑Betonplatte ≈ 250 N.
  • Fassade/Balkongeländer: Verschrauben mit zertifizierten Systemen (DIN EN 1090). Untergrund statisch prüfen.
  • Elektrik: Anschluss nach VDE‑AR‑N 4105.

Häufige Fehler – schnell behoben

  • Zu nahe an Dachkanten (höchste Sogkräfte) – Abstand ≥ 1/5 Gebäudehöhe.
  • Kabelbinder statt zugelassener Klemmen.
  • „Gefühls‑Ballast“ ohne Berechnung.

Schnell‑Checkliste

  • ✅ Windzone & Gelände bestimmt (eigene Recherche)
  • ✅ Windlast mit Norm‑Tool berechnet
  • ✅ Ballast/Befestigung ≥ Fₘₐₓ × 1,5
  • ✅ Untergrund geprüft / ggf. Statiker konsultiert

Fazit
Mit wenigen normgerechten Eingaben wissen Sie, welche Kräfte an Ihrem Balkonkraftwerk ziehen. Setzen Sie das Ergebnis konsequent in Ballast oder zertifizierte Befestigungen um – dann liefert Ihre Mini‑PV‑Anlage saubere Energie, ohne bei Sturm zur Gefahr zu werden.

Windlastrechner

Nach DIN EN 1991-1-4/NA (Inkl. Gleit- & Kippsicherheit)

Standort

System

Keine statische Berechnung. Nutzung auf eigene Gefahr.